Mosaikparkett

Die Anbringung / Verlegung eines Fußbodens aus Holzwerkstoffen ist oftmals auch die Aufgabe eines Zimmerers.
Neben den klassischen Parkettfußböden oder Dielenfußböden werden teilweise auch spezielle Fußbodenarten wie der Mosaikparkett von Kundenseite gewünscht.

Mosaikparkettboden

Mosaikparkettboden

Mosaikparkett besteht aus kleinen und vor allem dünnen Holzlamellen (mit 8 bis 10 Zentimeter Stärke), die auf Papier oder Gewebe zusammengehalten werden. Der Mosaikparkettboden wird auf einem schwimmenden Estrich verklebt. Unbehandeltes Mosaikparkett wird nach dem Verlegen geschliffen, und die Oberfläche wird lackiert oder geölt bzw. gewachst. Das Schleifen bzw. Lackieren oder Ölen findet statt, um das Mosaikparkett beanspruchbarer zu machen. Generell sollte Mosaikparkett nicht in Räumen verlegt werden, welche sehr stark beansprucht werden. Denn Mosaikparkett ist maximal für mittlere Beanspruchungen geeignet. Gegen eine Verlegung im Wohnbereich ist dagegen natürlich nichts einzuwenden.

Die sehr geringe Aufbauhöhe von Mosaikparkett ist ein Vorteil bei der Nutzung einer Fußbodenheizung, da der Wärmedurchgang durch die geringe Aufbauhöhe begünstigt wird.

Mosaikparkett verlegen
Das Verlegen von Mosaikparkett stellt hohe Anforderungen, sowohl an den Untergrund wie auch an den Verleger. Der Boden muss bei der Verlegung absolut eben und sauber.
Als Untergrund eignen sich Spanplatten, Gussasphalt oder Zementestrich.
Bei der Verlegung von Mosaikparkett gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist das Mosaikparkett diagonal oder parallel zu verlegen. Bei einer diagonalen Verlegung wirkt ein kleiner Raum meistens größer.

Bei der Verlegung selber ist folgendes zu beachten: Alle Komponenten wie Spachtelmaße, Klebstoff und Haftgrund müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Die Verlegung an sich kann von der Raummitte aus, aber auch von einer Wand aus hin zur Raummitte erfolgen. Die Verklebung selber sollte dann Reihe für Reihe geschehen. Die End- und Seitenstücke sollten dann mit einer Unterflursäge zurecht geschnitten werden. Nachdem der Kleber getrocknet ist, kommt es dann wie gesagt zu einer Schleifung des Moskaikparketts. Zuletzt steht dann eine Lackierung bzw. Ölung des Mosaikparketts an.

Mosaikparkett gibt es in mehreren verschiedenen Sorten, diese sind: Natur, Rustikal, und Gestreift. Bei der Auswahl der Sorte sollte man den gewünschten Effekt beachten. Die Sorte Natur ist in den meisten Fällen zu bevorzugen, da hierdurch der Raum einheitlich und beruhigt wirkt. Die Sorte Natur weist in der Regel gar keine oder nur sehr wenige Astlöcher auf. Im Gegensatz dazu steht die Sorte Rustikal. Wenn ein Raum mit Mosaikparkett der Sorte Rustikal verlegt wird, sieht dieser sehr unruhig und lebhaft aus. Dies ist in den meisten Fällen nicht erwünscht, es gibt aber auch Fälle in denen ein lebhaftes Aussehen erwünscht ist.

Kleiner Exkurs in die Fußbodenvielfalt:
Eine Alternative zu Parkettböden, Fliesen oder herkömmlichen Teppichböden ist der Steinteppich-Fußboden.
Dieser wird in flüssiger Form verlegt, eignet sich ideal für Nassräume und ist somit eine ideale Ergänzung zu Mosaikparkettböden.

Holzwerkstoffe

Holzwerkstoffe werden aus unterschiedlichen Hölzern, Spänen oder Holzfasern in verschiedenen Stärken hergestellt. Unter der Zunahme von  Bindemittel und anschließender Heißverpressung werden die meist plattenförmigen Holzwerkstoffe hergestellt.
Im Zimmererhandwerk finden insbesondere folgende Werkstoffe aus Holz Verwendung:

Spanplatten

Spanplatte

Spanplatte

Hergestellt aus Holzspänen und Leim.
Eignet sich besonders gut für den Innenausbau, Dach, Möbel meist furniert, für Türen als Röhrenplatte beidseitig beplankt.

Sperrholz

Sperrholz

Sperrholz

Besteht aus mindestens 3 kreuzweise aufeinandergeleimten Holzlagen.
Für den Innenausbau und Möbel, bei wetterbeständiger Verleimung für Nassräume und Außenbereich. Zudem finden Sperrholzplatten Einsatz als Schaltafeln und Großflächen-Schalungsplatten (meist Oberflächenbeschichtet)

Tischlerplatten

Tischlerplatte

Tischlerplatte

Mittellage aus Holzleisten und mindestens 2 Absperrfunieren.
Für anspruchsvolle Innenausbauten und maßhaltige Werkstücke wie Türen.

Holzfaserplatten

Holzfaserplatte

Holzfaserplatte

Hergestellt aus Holzfasern und Bindemittel.
Harte Platten werden als Schrankrückwände oder Auskleidungen für Sichtbetonschalungen verwendet.
Weiche Platten werden als Dämmplatten oder Akustikplatten eingesetzt.

Holzwolleleichtbauplatten

Holzwolleleichtbauplatte

Holzwolleleichtbauplatte

Besteht aus Holzwolle und Zement.
Zur Wärmedämmung und als Putzträge auf Beton.

Tipp: Die verschiedenen Plattenwerkstoffe beinhalten meist Bindemittel wie Leim. Das Unternehmen easyQ bietet Produkte und Möglichkeiten zur Materialprüfung. Dabei wird die Delaminierung (Versagen der Klebfuge) geprüft.

Dachgauben

Vergrößerung der Wohnfläche im Dachgeschoss mit Dachgauben

In Wohnhäusern können je nach Größe und Baustil die Wohnräume im Dachgeschoss so liegen, dass für Lichteinfall und Belüftung eine Öffnung der Dachfläche nötig wird. Solche Öffnungen können zum einen mit Dachfenstern hergestellt werden und zum Anderen mit Gauben, die den Vorteil haben, dass zusätzlich zum Lichteinfall auch noch eine Wohnraumvergrößerung mit ausreichender Wohnraumhöhe entsteht, die auch als Stellraum für Möbel genutzt werden kann.

Die Seitenwände der Schleppdachgaube erscheinen als dreieckige senkrechte Flächen, die der Zimmerer meistens mit Brettern verschalt.

Bei Sparrem- und Kehlbalkendächern darf die Gaubenbreite höchstens über zwei Sparrenfelder gehen. Bei Pfettendachstühlen können auch breitere Gaubenkonstruktionen durchgeführt werden. Sie werden dann stehend ausgebildet: d.h. die Gaubensparren haben ihr oberes Auflager auf der Zwischenpfette oder auf den Dachsparren und ihr unteres Auflager auf der Gaubenpfette, die durch Pfosten unterstützt ist.
Schleppdachgauben, die nur über zwei Sparrenfelder gehen, werden im Normalfall auf der Dachfläche aufgesetzt. Die Hauptdachsparren welche die Gaube tragen und begrenzen müssen, sollte der Zimmermann deshalb etwas stärker als die übrigen Sparren dimensionieren.

Dachgauben

Dachgauben

Die Leichtbauwand

Zum unterteilen von großen Innenräumen benutzt man häufig Leichtbauwände. Sie dürfen im Gegensatz zu Massivwänden weder tragende noch aussteifende Wirkung haben. Das heißt, die Leichtbauwand darf nicht als Stütze einer Decke benutzt werden. Leichte Wände dürfen ein maximales Gewicht von 150 kg/m² haben. Der Bau von Leichtbauwänden gehört mittlerweile ebenfalls zum Aufgabengebiet eines Zimmerers.
Leichte Trennwände finden nicht nur im Holztafelbau Verwendung. Auch im Massivbau, insbesondere in Schulen, Krankenhäusern oder Verwaltungsgebäuden werden leichte Trennwände eingebaut.
Die gebräuchlichsten Leichtbauwände sind Montagewände. Leichte Wände sind in Ständerbauweise erstellte beidseitig beplankte Wände. Sie werden je nach Anforderung ein- oder zweischalig hergestellt.
Die Ständer können aus Metallprofilen oder Holzständern hergestellt werden. Die Beplankung besteht in der Regel aus Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten oder plattenförmigen Holzwerkstoffen. Innenwandelemente müssen insbesondere den Anforderungen des Schallschutzes entsprechen. Beim Einbau von Türen muss darauf geachtet werden, dass man keine Rasterständer als Türpfosten verwendet. (Stabilitätsgrund)
Man muss einen Türpfosten anbringen, der mindestens 10 cm vom Rasterständer entfernt ist.
Die Platten müssen über die Türöffnung durchgelegt werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Plattenstöße aus Gründen der Stabilität versetzt werden müssen.

Beispiel einer Leichtbauwand:

Leichtbauwand

Leichtbauwand

Berechnung einer Leichtbauwand:
Pfosten 6/6 einlagig mit GKB 12,5mm beplankt in kg/m²

GKB 12,5 mm 2m² ~ 25 kg
2,5 lfm Rahmen 6/6 ~ 5 kg
1 m² Dämmung ~ 1 kg

ergibt in Summe ca. 31 kg/m²

Dübelverbindungen

Zweiseitiger Ringkeildübel, Rundholzdübel aus Eiche, einseitiger Einpressdübel, zweiseitiger runder Einpressdübel

Dübel sind überwiegend auf Druck und Abscheren beanspruchte Verbindungsmittel. Sie ermöglichen über eine kleine Fläche hohe Anschlusskräfte zu übertragen.
Dübel bestehen aus trockenem Hartholz (z.B. rechteckige Dübel) oder aus Metall (z.B. Scheibendübel, Tellerdübel, Ringdübel und Krallendübel).

Nach der Art des Einbaus unterscheidet man zwischen:

  • Einlassdübel: Diese werden in vorbereitete passende Vertiefungen des Holzes eingelegt.
  • Einpressdübel: Einpressung ohne Benutzung von Bohr-, Nut- oder Fräswerkzeug in das Holz
  • Einlassdübel / Einpressdübel: Diese Dübelart wird teils eingelassen und teilweise eingepresst

Dübel dürfen nur für Holz mindestens der Sortierklasse S10, Einpressdübel nur für Nadelholz verwendet werden.

Verkämmungen

Schwalbenschwanzkamm, Kreuzkamm, Mittelkamm, Stufenkamm

Verkämmungen kommen bei Auf- und Anverbindungen zur Anwendung. Diese Verbindungen sind Querverbindungen bei denen die Konstruktionshölzer nicht auf einer Ebene liegen müssen. Z.B. Anschlusspunkt der Deckenbalken zwischen Schwelle und Pfette im Fachwerkbau oder Anschluss einen Zangenpaares an einem Pfosten bei Dachgebinden.
Verkämmungen geben den Verbindungen eine bessere Steifigkeit, sie sichern die Hölzer vor eventuellem Verschieben und Verlaufen. Alle Verkämmungen setzen saubere fachmännische Arbeit voraus und müssen genau passen. Im Allgemeinen beträgt das Kammaß 2 cm. Dies hängt jedoch von der Balkenstärke ab. Bei unterschiedlichen Balkenstärken sollte die Verkämmung so gewählt werden, dass es nicht zu einer großen Schwächung der Balken kommt.
Deshalb geht man bei unterschiedlichen Balkenstärken nicht vom Kammaß aus, sondern vom Obholzmaß.

Formveränderung von Holz

Holz ist hydroskopisch und passt seinen Feuchtegehalt der Umgebungsluft an. Infolge des Quellens und Schwindens treten Formveränderungen auf.
Die Ursachen dafür sind das ungleiche Schwinden

  • in den verschiedenen Richtungen
  • in Splint und Kern

Während des Trocknens versuchen die Jahresringe gerade zu werden. Außerdem führen zu rasches und ungleichmäßiges trocknen zu Rissen und Drehwüchsigkeit.

Halbholz -> Splintseite wird hohl

Viertelhölzer verformen sich im Querschnitt zu unregelmäßigen Vierecken.

Seitenbretter werden an der linken Seite hohl und schmäler

Kernbretter verjungen sich zum Rand hin und verschmälern sich

Bretter mit stehenden Jahresringen verschmälen sich nur kaum und sind daher ideal für Fußböden geeignet.

Viertelsgewendelte halbgestemmte Treppe

Beispiel Konstruktion / Berechnung:

Viertelsgewendelte halbgestemmte Rechtstreppe

Zuerst muss auf der Baustelle die Geschosshöhe und das Treppemgrundmaß gemessen werden. Dabei muss noch geprüft werden, ob die Wände rechtwinklig zueinander stehen. Nun kann der Grundriss der Treppe aufgerissen werden, da die Grundmaße und die Treppenlaufbreite bekannt ist. Als nächstes muss die Lauflinie in den Grund eingezeichnet werden.
Nachdem muss die Lauflinienlänge ermittelt werden.
Die Lauflinie beginnt von Oberkannte 1. Stufe bis Vorderkante letzter Stufe.

Lauflinie:

Länge 1 = 0,48 m
+ Länge 2 = 0,51 m
+ Länge Kreis = 0,86 m

Zusammen ergibt dies 1,85 m

Stockhöhe:

145,5 / 18 = 8,08 Steigungen
145,5 / 8 = 18,18 cm = Steigungshöhe

Auftrittsbreite: 1,85 m / 7 = 26,43 cm ( 1 Steigung weniger)

Nun muss die Lauflinienlänge geteilt durch 7 gerechnet werden und man erhält die Auftrittsbreite auf der Lauflinie. Nun müssen noch die Tritte eingeteilt werden. Eine regelmäßige Trittbreite sollte stets gewählt wreden.

Treppen-Berechnung - Treppenformel

Treppenformen:

Es gibt einläufige - z.B. gerade, 1/4 gewendelte Treppen, 2x 1/4 gewendelte Treppen, bogenförmige Treppen und Wendeltreppen.

Mehrläufige Treppen sind gerade oder gewendelt mit Zwischenpodest.

Treppenformel:

Die Treppenformel lautet 2x Steigungshöhe + 1x Auftrittsbreite = 63 cm (61-65 cm)

Richtwerte für Steigungshöhen:

Kopfhöhe mindestens 2m
Geschosstreppen in öffentlichen Gebäude ~ 15 cm
Mehrfamilienhäuser ~ 16 cm
Einfamilienhäuser ~ 17-18 cm
Keller / Bühnentreppen ~ 18-20 cm

Beispiel einer Treppenberechnung:

Gegeben: Geschosshöhe Oberkante Decke bis Oberkante Boden 2,65cm (maximale Steigungshöhe 18cm).

  1. 265 cm / 18 cm = 14,72 -> gewählt 15 Steigungen
  2. 265 cm / 15 Steigungen = 17,66 cm = Steigungshöhe
  3. 63 cm - 2x 17,66 cm = 27,6 cm = Auftrittsbreite -> 28 cm

Ergebnis der Berechnung:

  • 15 Steigungen
  • Steigungshöhe 17,66 cm
  • Auftrittsbreite 28 cm

Gerberstoß

Der Pfettenquerschnitt ist bei einer durchlaufenden Pfette (aus einem Stück) am wirtschaftlichsten. Bei der Anordnung des pfettenstoßes im Momentnullpunk wird der gleiche Effekt erreicht. Diese Art des Pfettenstoßes im Hohlen wurde von Gerber 1880 in München erstmals angewandt. Der aufgelegte Stoß erzeugt Querzugrisse und benötigt zusätzlich Heftbolzen um das Reißen des Holzes zu verhindern.

In den 30er Jahren wurde von Dr. Staudacher aus Zürich der Gerberstoß zum aufgehängten Pfettenstoß weiter entwickelt. Diese Ausführung erübrigt die Schlenzschrauben, ist jedoch beim Aufrichten etwas schwieriger.
Die Schraubbolzen und Unterlegscheiben müssen den auftretenden Belastungen entsprechen.
Dieser Gelenkstoß sollte bei zweiachsiger Beanspruchung mit einem Dübel in der Fuge (oder ähnlichem) ausgeführt werden.

Es gibt den ursprünglichen Gerberstoß in verschiedenen Varianten, z.B. mit Hartholzeinlage, Dübel, als Hakenblatt mit und ohne Keileinlage.

Gerberstoß (nach Gerber, um 1880), veraltete Ausführung:

Gerberstoss (nach Gerber)

Gerberstoss (nach Gerber)

Das schräge Hakenblatt beim Stoß im Hohlen (Gelenk oder Gerberpfette), wurde ursprünglich so ausgeführt und wird heute so nicht mehr angewandt.

Gerberstoß (weiter entwickelt nach Staudacher), verbesserte Ausführung:

Gerberstoß nach Staudacher

Gerberstoß nach Staudacher